Deutscher Fondsverband

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Nachhaltigkeit

 
26.9.2022

Positives Neugeschäft bei Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen – BVI startet Abfrage zu ESG-relevanten Produktmerkmalen

Auf Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen entfallen derzeit 44 Prozent des Publikumsfonds-Vermögens. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als Ende letzten Jahres. Hint...

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Auf Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen entfallen derzeit 44 Prozent des Publikumsfonds-Vermögens. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als Ende letzten Jahres. Hintergrund sind einerseits zahlreiche Umstellungen zuvor konventionell anlegender Fonds. Andererseits sind nachhaltige Fonds (gemäß Artikel 8/9 der EU-Offenlegungsverordnung) auch beim Neugeschäft erfolgreich: Ihr Netto-Mittelaufkommen betrug in den ersten sieben Monaten des Jahres rund 3,3 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon steuerten Fonds bei, die zu Nachhaltigkeitszielen beitragen (Artikel-9-Fonds). Zum Vergleich: Aus konventionell anlegenden Produkten flossen eine Milliarde Euro ab.

Um die Diskussion und die weitere regulatorische Entwicklung begleiten zu können, hat der BVI die Abfrage zur Erfassung der fondsbezogenen Nachhaltigkeitsdaten erweitert. Hintergrund sind die Level-2-Vorgaben der Offenlegungsverordnung, die ab dem kommenden Jahr erweiterte Informationspflichten in den Verkaufsprospekten vorsehen. Bereits seit dem 2. August 2022 werden für den Vertrieb nachhaltiger Fonds ESG-relevante Produktmerkmale benötigt. Fonds, die die „wichtigsten nachteiligen Auswirkungen“ (PAIs) in die ESG-Strategie verbindlich einbeziehen und/oder einen Anteil an ökologischen/sozialen Investitionen bzw. taxonomiekonformen Investitionen aufweisen, qualifizieren sich als „Artikel 8 plus“ oder „Artikel 9 plus“. Unser Ziel ist es, spätestens zum Ende des Jahres einen Marktüberblick nach der neuen Systematik geben zu können. Technisch erfolgt die Datenübermittlung über den Upload einer von Excel ins FundsXML-Format konvertierten Datei im BVI-Extranet.

thomas.koop@bvi.de

+49 69 15 40 90 277

7.9.2022

BaFin veröffentlicht Fragen und Antworten zur SFDR

Die BaFin hat gestern neue Fragen und Antworten zur SFDR veröffentlicht. Darin stellt sie einige Aussagen aus den Q&As der EU-Kommission zur SFDR klar, die in d...

Die BaFin hat gestern neue Fragen und Antworten zur SFDR veröffentlicht. Darin stellt sie einige Aussagen aus den Q&As der EU-Kommission zur SFDR klar, die in der Praxis noch immer Fragen aufwerfen. Wir halten die Aussagen der BaFin in den Q&As für sachgerecht, sie decken sich mit den Auffassungen der Fondswirtschaft. Unter anderem geht es darum

  • wie der Begriff „promote“ im Art. 8 SFDR zu verstehen ist,
  • ob die Taxonomie-Konformität der Finanzprodukte verpflichtend zu prüfen ist,
  • ob die SFDR für Finanzprodukte gilt, die bereits vor Inkrafttreten der SFDR nicht mehr vertrieben wurden.

Bemerkenswert: Die BaFin hält bei der Prüfung der Bestandsverträge auf Merkmale der Art. 8 und 9 SFDR pauschale Annahmen für ausreichend. Voraussetzung ist aber, dass der Vertrieb bereits mehr als 10 Jahre zurückliegt und im Einzelfall keine offensichtlichen Gründe dagegen sprechen. Wir gehen deshalb davon aus, dass Art. 8 und 9 SFDR für Altprodukte (vor dem 10. März 2011 ausplatziert), praktisch keine Rolle spielen, es sei denn, es wurde ausdrücklich vereinbart, ESG-Aspekte zu berücksichtigen.

Die BaFin sagt außerdem zu, den Zeitaufwand der Anbieter für die Analyse der Bestandsverträge bei der aufsichtlichen Beurteilung angemessen zu berücksichtigen. Sie wird ihre Verwaltungspraxis an den Aussagen der neuen Q&As ausrichten, sofern keine Widersprüche zur Einschätzung der EU-Kommission und der ESAs bestehen.

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magdalena.kuper@bvi.de

+49 69 15 40 90 263


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