Deutscher Fondsverband

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Meldewesen

 
6.5.2022

EU-Bankenbehörde stellt Umweltrisiken im Aufsichtsrecht auf den Prüfstand

Die EU-Bankenbehörde (EBA) überprüft in einem Diskussionspapier, ob der aufsichtsrechtliche EU-Rahmen für Kredit- und Wertpapierinstitute den aus dem Klimawande...

Die EU-Bankenbehörde (EBA) überprüft in einem Diskussionspapier, ob der aufsichtsrechtliche EU-Rahmen für Kredit- und Wertpapierinstitute den aus dem Klimawandel und allgemeinen Umweltfragen resultierenden Risikotreibern (insbesondere Umweltrisikofaktoren) noch hinreichend Rechnung trägt. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob umweltbezogene Merkmale von Krediten mit dem Risikoniveau und insbesondere mit der Qualität von Krediten korrelieren. Die Analyse zeigt, dass die Eigenmittelanforderungen (Säule 1) bereits Mechanismen enthalten, die die Einbeziehung neuer Arten von Risikotreibern, z. B. im Zusammenhang mit Umweltrisiken, ermöglichen. Dazu gehören interne Modelle, externe Kreditratings und Bewertungen von Sicherheiten und Finanzinstrumenten.

Darüber hinaus untersucht die EBA Verbesserungen innerhalb des Aufsichtsrahmens, um Umweltrisiken auch mit ihrem langfristigen Charakter unter Verwendung zukunftsorientierter Methoden ausdrücklich zu berücksichtigen. Dabei erkennt die Behörde an, dass die Art und Weise, wie sich Umweltrisiken im Zeitverlauf in finanzielle Risiken umwandeln können, ein Bereich mit erheblicher Unsicherheit bleibt. Es stellt sich daher die grundsätzliche Frage, ob die Risiken für das Gesamtsystem aufgrund erhöhter Umweltrisiken zunehmen werden oder ob Umweltrisiken eher eine Neubewertung der Risikoprofile von Unternehmen und Sektoren erforderlich machen, die sich überwiegend neutral auf die Gesamtkapitalanforderungen auswirkt. Während letzteres eine Umverteilung der Kapitalanforderungen zwischen den Sektoren erfordert, könnte ersteres die Annahmen über das optimale Kapitalniveau für das europäische Bankensystem in Frage stellen. Die EBA ermutigt daher die Marktteilnehmer zu weiteren Entwicklungen bei der Nutzung der Mechanismen im Rahmen von Säule 1, um Umweltrisiken angemessen zu erfassen. Nach Ansicht der Behörde ist es auch wichtig, dass künftig relevante und zuverlässige Informationen über Umweltrisiken und deren Auswirkungen auf die finanziellen Verluste der Institute gesammelt werden. Dies würde nicht nur verbesserte Risikomanagementpraktiken ermöglichen, sondern auch eine angemessenere Kalibrierung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen.

Für Wertpapierinstitute enthält das Papier einen separaten und verhältnismäßig kurzen Abschnitt, der sich in der Bewertung wesentlich von den Erwägungen für Kreditinstitute unterscheidet und nur für mittlere Wertpapierinstitute im Sinne des Wertpapierinstitutsgesetzes gilt. Hier stellt die EBA insbesondere für Portfolioverwalter und Anlageberater Schwierigkeiten fest, die Kapitalanforderungen für das Kundenrisiko direkt mit den Risiken in Verbindung zu bringen, die sich aus Umweltrisikofaktoren ergeben. Dennoch könnten solche Wertpapierinstitute einem Reputationsrisiko und einem Geschäftsmodellrisiko ausgesetzt sein, wenn die Zusammensetzung der verwalteten Vermögenswerte im Hinblick auf ihr Umweltprofil nicht berücksichtigt wird.

Wir werden uns an der Konsultation beteiligen. Ihre Anmerkungen sind willkommen.

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peggy.steffen@bvi.de

+49 69 15 40 90 257

2.5.2022

Neue FundsXML-Version ermöglicht effizienten Austausch von ESG-Daten

Die neue FundsXML-Version 4.2.0 enthält erstmals das von der Financial Data Exchange (FinDatEx) veröffentlichte „European ESG-Template“ (EET) zur Lieferung von ...

Die neue FundsXML-Version 4.2.0 enthält erstmals das von der Financial Data Exchange (FinDatEx) veröffentlichte „European ESG-Template“ (EET) zur Lieferung von ESG-bezogenen Fondsdaten. Das Format FundsXML hat den Vorteil, dass die Daten in strukturierter Form ausgetauscht und automatisch auf Formatfehler geprüft werden können. Im Vergleich zur Verwendung von csv- oder Excel-Formaten kann somit eine höhere Datenqualität erreicht werden.

Neben dem EET enthält die neue FundsXML-Version auch Aktualisierungen weiterer FinDatEx-Templates. Das Solvency-II-EU-Fondsdatenblatt ist in der Version 6 berücksichtigt. Ebenso sind das „European Priips Template“ (EPT) und das „European MIFID Template“ (EMT) in den jeweils aktuellen Fassungen enthalten.

Die neue Version des FundsXML-Schemas können Sie hier kostenfrei herunterladen.

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thomas.koop@bvi.de

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1.4.2022

BVI positioniert sich gegenüber FSB zu systemischen Risiken von Fonds

Wir haben uns mit einem Positionspapier an einem Aufruf des Finanzstabilitätsrates (FSB) beteiligt, um als Vertreter des größten europäischen Fondsmarktes die W...

Wir haben uns mit einem Positionspapier an einem Aufruf des Finanzstabilitätsrates (FSB) beteiligt, um als Vertreter des größten europäischen Fondsmarktes die Widerstandsfähigkeit von Fonds in Krisenzeiten anhand praktischer Beispiele zu bewerten. Darin kommen wir zu folgenden wesentlichen Ergebnissen:

  • Die Fondswirtschaft ist widerstandsfähig und in der Lage, wirtschaftliche Schocks abzufedern.
  • Der europäische Regulierungsrahmen für Fonds und seine Manager enthält spezifische Vorschriften mit umfassenden Grundsätzen zum Risikomanagement, die Anlegerschutz gewährleisten und etwaige Schwachstellen reduzieren. Dabei ist das Management inhärenter finanzieller Risiken ein zentraler Bestandteil des internen Risikokontrollsystems.
  • Der deutsche Fondsmarkt ist von Spezialfonds mit einem Nettovermögen von fast 2,2 Billionen Euro geprägt, die als AIFs für institutionelle Anleger verwaltet werden. Als etabliertes Anlageinstrument für regulierte institutionelle Anleger wie z.B. Versicherungsgesellschaften verfolgen sie eine insgesamt risikoaverse Anlagestrategie mit geringem Einsatz von Leverage.
  • Die durch eine bestimmte Gruppe von Spezialfonds-Anlegern verursachten Zu- und Abflüsse sind weitgehend unabhängig vom Verhalten anderer Anlegergruppen und auch von der jeweiligen Stimmung an den Finanzmärkten. Dadurch wird das Ansteckungsrisiko im Krisenfall wirksam begrenzt. Selbst während der COVID-19-Krise haben die Anlageentscheidungen von Spezialfonds keine Marktverwerfungen verursacht. Daten zu den Anlageentscheidungen von Spezialfondsmanagern in diesem Zeitraum deuten auf prozyklische Änderungen im Anlagen-Mix hin, die aber weniger ausgeprägt waren als bei den Publikumsfonds.
  • Unsere Marktanalyse zu offenen Publikumsfonds während der Finanzkrise 2008 zeigt, dass die Fondsgesellschaften größtenteils in der Lage sind, Liquiditätsrisiken auch im Falle täglicher Rückgaben von Fondsanteilen erfolgreich zu steuern.

Wir empfehlen dem FSB, in der weiteren politischen Diskussion folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Die Vorgaben zu erwerbbaren Vermögensgegenständen und zum Liquiditätsmanagement müssen flexibel bleiben.
  • Die Aufsichtsbehörden müssen ihr makroprudenzielles Instrumentarium operationalisieren.
  • Die Instrumente für das Liquiditätsmanagement sollten allen Ländern zur Verfügung gestellt werden.
  • Es muss ein gemeinsames Verständnis darüber herrschen, wie Leverage bei Investmentfonds zu berechnen ist.
  • Es besteht Bedarf für einen einheitlichen aufsichtsrechtlichen Meldemechanismus, der den operativen Aufwand und die Belastung sowohl für die Fondsgesellschaften als auch für die Aufsichtsbehörden verringern würde.

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peggy.steffen@bvi.de

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