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16.5.2022

Weiterentwicklung der EU-Offenlegungspflichten zur Nachhaltigkeit geplant

Die EU-Kommission hat die drei EU-Behörden EBA, EIOPA und ESMA beauftragt, folgende Arbeiten zur Weiterentwicklung des Rahmens der EU-Offenlegungsverordnung (Su...

Die EU-Kommission hat die drei EU-Behörden EBA, EIOPA und ESMA beauftragt, folgende Arbeiten zur Weiterentwicklung des Rahmens der EU-Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) durchzuführen:

  • Offenlegung der Investitionen in Atomenergie und Erdgas:
    Vor dem Hintergrund des Vorschlags eines ergänzenden delegierten Rechtsakts zur EU-Taxonomie will die EU-Kommission mögliche Investitionen in Atomenergie und Erdgas im Rahmen der Taxonomie-Quoten transparent machen. Das Mandat an die ESAs enthält den Auftrag, Änderungen der technischen Regulierungsstandards (RTS) zur SFDR vorzuschlagen, um in den vorvertraglichen Informationen, auf der Internetseite und in den Jahresberichten über das (geplante) Exposure zu wirtschaftlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Atomenergie und Erdgas zu informieren. Die ESAs werden aufgefordert, ihre Empfehlungen spätestens bis Ende September 2022 vorzulegen. Wegen der Dringlichkeit der Änderungen dürfen sie auf eine öffentliche Konsultation und die Auswirkungsstudie, die eigentlich vorgeschrieben sind, verzichten.
     
  • Standards für Principal Adverse Impact (PAIs) und Dekarbonisierungsstrategien:
    Das zweite Mandat an die ESAs geht zurück auf die im Rahmen der erneuerten EU-Strategie für Sustainable Finance angekündigten Arbeiten am SFDR-Rahmen:

    Die ESAs sollen überprüfen, ob die Listen der Indikatoren für PAIs erweitert werden sollen und ob es geboten ist, die Definitionen, Methoden und Offenlegungsstandards zu präzisieren. Als Leitprinzip gibt die EU-Kommission vor, das Risiko einer „falschen Sicherheit“ und eines möglichen „safeguards washing“ zu verringern, indem gut begründete Nachweise dafür verlangt werden, dass Investitionen mit den PAI-Maßnahmen übereinstimmen und dass deren Umsetzung und Anwendung tatsächlich stattfinden. Zugleich sollten die geänderten RTS sorgfältig kalibriert werden, damit die Offenlegung für Finanzmarktteilnehmer verhältnismäßig und praktikabel bleibt.

    Zudem sollen die ESAs Änderungen der RTS mit Blick auf Informationen der Finanzprodukte über Dekarbonisierungsziele und -maßnahmen vorschlagen und überprüfen, ob die aktuellen Detailvorgaben für die Offenlegung der Anteile an Taxonomie-konformen Investitionen für die Information der Anleger ausreichend sind. Auch hier sind Änderungen der vorvertraglichen Informationen, der Offenlegung auf der Internetseite und der Jahresberichte avisiert.

    Für diese Arbeiten bekommen die ESAs zwölf Monate Zeit. Wir gehen deshalb davon aus, dass es im Laufe von 2022 dazu öffentliche Konsultationen der ESAs geben wird.

Die ESAs haben ihrerseits einige Fragen zur Auslegung der Level-1-Vorgaben unter der SFDR und der Taxonomie-Verordnung an die EU-Kommission adressiert und um Beantwortung im Rahmen eines Fragen-Antworten-Katalogs gebeten. Die Beantwortung etwa der Fragen 1 und 8 könnte sich gegebenenfalls auf die Einstufung der Produkte nach Art. 8 SFDR auswirken. Nach unserem Verständnis müssen die ESAs die Antworten der EU-Kommission abwarten, bevor sie selbst einen Fragen-Antworten-Katalog zu den RTS zur SFDR veröffentlichen.

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12.5.2022

Ukraine-Krieg dämpft Neugeschäft nach gutem Jahresstart

Die Fondsgesellschaften erzielten im ersten Quartal 2022 ein Neugeschäft von netto 45,1 Milliarden Euro. Allein im Januar verzeichneten Publikums- und Spezialfo...

Die Fondsgesellschaften erzielten im ersten Quartal 2022 ein Neugeschäft von netto 45,1 Milliarden Euro. Allein im Januar verzeichneten Publikums- und Spezialfonds mit insgesamt 30,3 Milliarden Euro einen Rekordzufluss zum Jahresstart. Der Einbruch der Aktienmärkte von Mitte Februar bis Anfang März angesichts des Ukraine-Kriegs dämpfte das Neugeschäft von Fonds. Im Februar flossen ihnen netto 13 Milliarden Euro zu, fast ausschließlich in Spezialfonds. Im März erzielten Spezialfonds 6,4 Milliarden Euro, aus Publikumsfonds flossen 2,7 Milliarden Euro ab; hierbei standen Zuflüsse in Mischfonds (2,6 Milliarden Euro) Rückflüssen aus Aktienfonds (2,6 Milliarden Euro) und Geldmarktfonds (2,2 Milliarden Euro) gegenüber. Zum Vergleich: Im März 2020 zogen Anleger angesichts der Corona-Krise aus Publikumsfonds 21,5 Milliarden Euro ab.

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Der deutsche Fondsmarkt zeigt sich im europäischen Umfeld beim Neugeschäft robust. Nach Angaben von Morningstar ist der Absatz von Wertpapier-Publikumsfonds, die in Europa aufgelegt wurden, von 235 Milliarden Euro im ersten Quartal 2021 auf 51 Milliarden Euro im ersten Quartal 2022 zurückgegangen. Das ist ein Einbruch um knapp 80 Prozent. In Deutschland hat sich der Absatz solcher Fonds im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in etwa halbiert.

In Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen gemäß Artikel 8 oder 9 der Offenlegungsverordnung managt die Branche insgesamt 683 Milliarden Euro. Das sind 19 Prozent des Gesamtvermögens von Publikums- und Spezialfonds. Bei Publikumsfonds beträgt der Anteil 40 Prozent. Im Vergleich zu anderen Fondsmärkten ist der Anteil eher gering. In Frankreich zum Beispiel liegt er bei 69 Prozent. In der EU entfallen im Schnitt 44 Prozent des Publikumsfondsvermögens auf Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen.

frank.bock@bvi.de

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10.5.2022

FinDatEx veröffentlicht Orientierungshilfen zum EET

Da es der FinDatEx wegen ihrer Organisationsstruktur nicht möglich ist, alle Fragen zum kürzlich veröffentlichten European ESG Template (EET) zeitnah zu beantwo...

Da es der FinDatEx wegen ihrer Organisationsstruktur nicht möglich ist, alle Fragen zum kürzlich veröffentlichten European ESG Template (EET) zeitnah zu beantworten, stellt sie zur Orientierung einige erläuternde Aufzeichnungen zur Verfügung.

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magdalena.kuper@bvi.de

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