Deutscher Fondsverband

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19.6.2024

Steueroasenabwehrgesetz: BMF greift BVI-Forderungen im Anwendungsschreiben auf

In dem überarbeiteten Schreiben zum Steueroasenabwehrgesetz hat das BMF auch die vom BVI geforderten Klarstellungen aufgegriffen.

In dem überarbeiteten Schreiben zum Steueroasenabwehrgesetz hat das BMF auch die vom BVI geforderten Klarstellungen aufgegriffen.

Unsere Forderungen für eine Ausnahme bei Anleihen (Vergleiche Rz. 14) sowie einer Anpassung beim Werbungskostenabzug von Allgemeinkosten (Vergleiche Rz. 27) wurden teilweise übernommen. Unsere Klarstellungsvorschläge bezüglich des Zuflusszeitpunktes von Erträgen mit weiteren Vorgaben zum Aktiengewinn (Vergleiche Rz. 77, 78), zur Teilfreistellung (vergleiche Rz. 79) sowie hinsichtlich der erstmaligen Abgabe von Steuererklärungen (vergleiche Rz. 88 und 91) wurden vollständig übernommen. In einer Vergleichsfassung haben wir die Änderungen gegenüber der vorigen Version des Schreibens markiert.

Zum Hintergrund:
Ziel des Steueroasenabwehrgesetzes ist es, Staaten und Gebiete, die anerkannte Standards in den Bereichen Transparenz in Steuersachen, unfairen Steuerwettbewerb und bei der Umsetzung der BEPS-Mindeststandards („Base Erosion and Profit Shifting“) nicht erfüllen, dazu anzuhalten, Anpassungen zur Umsetzung und Beachtung internationaler Standards im Steuerbereich vorzunehmen.

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bastian.hammer@bvi.de

+49 69 15 40 90 229

18.6.2024

BVI-Marktbarometer: Positives Neugeschäft im Mai

Ende Mai 2024 betrug das verwaltete Vermögen offener Publikumsfonds laut unserer Hochrechnung gut 1.460 Milliarden Euro.

Ende Mai 2024 betrug das verwaltete Vermögen offener Publikumsfonds laut unserer Hochrechnung gut 1.460 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund einem Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der wesentliche Grund war die positive Entwicklung an den Aktienmärkten. Die Anteilwerte von in deutsche, europäische oder amerikanische Standardwerte investierenden Fonds legten im Schnitt um zwei bis drei Prozent zu. Bei Branchenfonds war das Plus etwas niedriger. Die Rendite von Misch-, Sachwerte- und Rentenfonds lag nahe der Nulllinie. Bei Letzteren bremste das im Mai gestiegene Zinsniveau: Vor allem Fonds, die in Anleihen mit Restlaufzeiten von über sieben Jahren investieren, verloren deshalb an Wert.

Auch beim Neugeschäft stand nach unsere Schätzung unter dem Strich im Mai ein leichtes Plus. Insbesondere Aktien- und Rentenfonds waren gefragt. Bei einigen Anlageklassen, wie geldmarktnahen Rentenfonds mit variablem Anlageschwerpunkt, waren einzelne ETFs für einen Großteil des Zuflusses verantwortlich. Offensichtlich haben institutionelle Anleger Mittel geparkt. Auffällig ist außerdem, dass sich das Neugeschäft auf Fonds ohne Nachhaltigkeitsmerkmale fokussierten. Ihnen flossen netto rund 6 Milliarden Euro neues Anlegergeld zu. Artikel-8- und -9-Fonds verzeichneten dagegen einen Netto-Mittelabfluss von geschätzt über 4 Milliarden Euro. 

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Grundlage: BVI-Investmentstatistik per 30.4.2024. Fortschreibung und Berechnung der Wachstumsbeiträge auf Basis der täglichen Stückzahl/Rücknahmepreise für die 3.000 volumenstärksten Publikumsfonds, für die diese Daten bei Morningstar Direct verfügbar sind. Die Abdeckung liegt bei über 80 Prozent; die Hochrechnung auf den Gesamtmarkt erfolgt auf Basis der BVI-Feingruppen.

markus.michel@bvi.de

+49 69 15 40 90 242

18.6.2024

ESAs veröffentlichen ihre Ideen zur SFDR-Reform

Die drei EU-Behörden haben am 18. Juni 2024 ihre gemeinsame Stellungnahme zur Überprüfung der SFDR veröffentlicht.

Die drei EU-Behörden haben am 18. Juni 2024 ihre gemeinsame Stellungnahme zur Überprüfung der SFDR veröffentlicht. Darin setzen sie die folgenden Schwerpunkte:

  • Einfache und klare Kategorien für Finanzprodukte: Die ESAs schlagen die Unterscheidung zwischen zwei freiwilligen Produktkategorien, "nachhaltig" (sustainable) und "Übergang" (transition) vor. Die Produktkategorie „sustainable“ soll auf die Definition der nachhaltigen Investitionen unter SFDR aufbauen. Diese sollte weiter präzisiert und im Verhältnis zu taxonomiekonformen Investitionen geklärt werden. Übergangsprodukte sollen auf verschiedene Methoden und KPIs (CapEx nach EU-Taxonomie, Transitionspläne, PAIs) zurückgreifen können, um Transitionsstrategien umzusetzen. Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen, die sich nicht für eine der Kategorien qualifizieren, sollten bestimmten Offenlegungspflichten unterliegen und in der Nutzung nachhaltigkeitsbezogener Begriffe im Produktnamen sowie in Werbeaussagen eingeschränkt sein.
  • Nachhaltigkeitsindikatoren: Die ESAs schlagen auch die Einführung eines bzw. mehrerer Nachhaltigkeitsindikatoren vor, die die Nachhaltigkeitsmerkmale von Produkten auf einer Skala verbraucherfreundlich abbilden sollen. Die Indikatoren könnten aus Sicht der ESAs begleitend zu den Produktkategorien oder als Alternative hierzu eingeführt werden; die verschiedenen Optionen werden im Annex II zur Stellungnahme gegenübergestellt. 
  • Verbrauchertests: Die unterschiedlichen Optionen für die Produktkategorisierung und/oder Nachhaltigkeitsindikator(en) sollten von Verbrauchern getestet und mit dem Markt konsultiert werden. Bei klaren Produktkategorien und/oder Nachhaltigkeitsindikatoren müssten die Offenlegungen zur Nachhaltigkeit nicht so detailliert und umfangreich erfolgen wie heute.
  • Transparenz: Aus Sicht der ESAs sollte die Offenlegung zur Nachhaltigkeit den Bedürfnissen unterschiedlicher Anlegergruppen gerecht werden. Informationen für Privatanleger sollten in erster Linie in PRIIPs-KIDs erfolgen, während für professionelle Anleger detailliertere Informationen angemessen sein könnten. 
  • Nachhaltigkeitsbewertung von Staatsanleihen: Die ESAs plädieren für die Entwicklung von Kriterien, anhand deren die Nachhaltigkeit von Staatsanleihen evaluiert werden könnte, um der Bedeutung dieser Anlageklasse in vielen Portfolien gerecht zu werden.

Ihre wichtigsten Forderungen haben die ESAs in Form eines Schaubilds zusammengefasst.

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magdalena.kuper@bvi.de

+49 69 15 40 90 263

5.6.2024

EBA und ESMA legen Vorschläge zur Überarbeitung der IFD/IFR auch mit Auswirkung auf OGAW-/AIF-Verwalter vor

Die europäischen Behörden EBA und ESMA haben das lange angekündigte Diskussionspapier veröffentlicht, in dem sie sich mit möglichen Maßnahmen zur Überarbeitung ...

Die europäischen Behörden EBA und ESMA haben das lange angekündigte Diskussionspapier veröffentlicht, in dem sie sich mit möglichen Maßnahmen zur Überarbeitung der Richtlinie 2019/2034 über die Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen (IFD) und der dazugehörigen Verordnung (EU) 2019/2033 (IFR) befassen. Das Diskussionspapier zielt darauf ab, frühzeitig Rückmeldungen von Interessengruppen einzuholen. Damit wollen die Aufseher nun mit erheblichem Zeitverzug dem Aufruf der EU-Kommission (siehe weitere Erläuterungen) vom Februar 2023 nachkommen, eine Stellungnahme mit weiteren Empfehlungen abzugeben.

Das Diskussionspapier befasst sich mit einem breiten Spektrum von Themen, darunter:

  • Die Angemessenheit der derzeitigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen der IFD/IFR (z. B. Kategorisierung der Wertpapierfirmen, Eigenmittelanforderungen auf Basis der fixen Gemeinkosten), eine Analyse der bestehenden Methodik für die K-Faktoren als Risikofaktoren für die Eigenmittelberechnung, vom derzeitigen Rahmen nicht abgedeckte Risiken (z. B. nicht handelsbezogene Aktiva und Verpflichtungen) sowie die Auswirkungen des neuen EU-Bankenpakets (CRD VI und CRR 3) in Bezug auf das Handelsbuch, die grundlegende Überprüfung des Handelsbuchs und Kreditbewertungsanpassungen.
  • Die EU-Behörden ziehen eine aufsichtsrechtliche Konsolidierung und eine mögliche Ausweitung der IFD/IFR auf Crowdfunding- und Krypto-Asset-Dienstleister in Betracht. In diesem Zusammenhang bietet das Diskussionspapier einen Überblick über die Interaktion der IFD/IFR mit den Anforderungen, die für OGAW-Verwaltungsgesellschaften und Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM) gelten, die zusätzliche MiFID-Dienstleistungen erbringen, oder für Wertpapierfirmen, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Krypto-Assets anbieten.
  • Das Diskussionspapier behandelt Aspekte im Zusammenhang mit der Vergütung von Wertpapierfirmen, AIFM und OGAW-Verwaltungsgesellschaften, einschließlich des Anwendungsbereichs, der Vergütungspolitik, der Anforderungen an variable Vergütungen, ihrer Beaufsichtigung, Offenlegung und Transparenz.
  • Das Diskussionspapier enthält auch einen kurzen Abschnitt über die Behandlung von Firmen, die derzeit nicht aufsichtsrechtlich reguliert und auf den Warenmärkten tätig sind.

Parallel zum Diskussionspapier führen EBA und ESMA eine Ad-hoc-Datenerhebung auf freiwilliger Basis durch. Hierfür haben die EU-Behörden separate Datenerhebungsbögen für die zuständigen Behörden (nebst Anweisungen), Wertpapierfirmen (nebst Anweisungen) sowie OGAW-/AIF-Verwaltungsgesellschaften (nebst Anweisungen) entwickelt. Diese Datenanalyse soll der EBA und der ESMA dazu dienen, mögliche Änderungen an der IFD/IFR zu bewerten.

Wir haben Gelegenheit, bis zum 3. September 2024 eine Stellungnahme zum Diskussionspapier abzugeben. Bis dahin sind auch die Daten-Fragebögen freiwillig abzugeben. Den Abschlussbericht wollen die EBA und die ESMA Ende Dezember 2024 veröffentlichen.

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peggy.steffen@bvi.de

+49 69 15 40 90 257

4.6.2024

EFRAG veröffentlicht finale Umsetzungshilfen und neue Q&As zur CSRD

Die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (EFRAG) hat am 31. Mai 2024 drei finale Umsetzungshilfen zur praktischen Handhabung der EU-Richtlinie für Na...

Die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (EFRAG) hat am 31. Mai 2024 drei finale Umsetzungshilfen zur praktischen Handhabung der EU-Richtlinie für Nachhaltigkeitsberichterstattung CSRD veröffentlicht. Es handelt sich um folgende Unterlagen:

  • Umsetzungshilfe 1 zur Wesentlichkeitsprüfung (Materiality Assessment Implementation Guidance – MAIG);
  • Umsetzungshilfe 2 zur Wertschöpfungskette (Value Chain Implementation Guidance – VCIG);
  • Umsetzungshilfe 3 mit der Liste der ESRS-Datenpunkte sowie einer begleitenden Erläuterung.

In den BVI-Gremien hatten wir bereits im Februar 2024 auf Grundlage des VCIG-Entwurfs der EFRAG die Relevanz der CSRD-Berichterstattung im Assetmanagement untersucht. Die für diese Bewertung relevanten Aussagen sind in der finalen Fassung der Umsetzungshilfe weiter enthalten. Insbesondere hält die EFRAG an der Auslegung fest, dass für reine Investitionen ohne operative Kontrolle, also unterhalb von 20 Prozent, in den sektorübergreifenden europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) keine spezifischen Berichtspflichten enthalten sind. Die einzige Ausnahme bildet die Offenlegung von Scope-3-Emissionen, sofern diese als wesentlich eingestuft werden.

In der neu veröffentlichen Zusammenstellung der Fragen und Antworten zu den ESRS wird dieses Verständnis weiter bestätigt. Auf die Frage zum Anwendungsbereich der Berichtspflichten für Versicherungsunternehmen antwortet die EFRAG, dass Investments zwar grundsätzlich in die Materialitätsprüfung einfließen. Mit Blick auf Investmentaktivitäten heißt es dann aber:
„Regarding investment activities, the sector-agnostic ESRS do not provide Disclosure Requirements concerning specific metrics apart from GHG Scope 3. For GHG Scope 3, Category 15 (Investments) is to be provided, if it is determined to be a significant category in accordance with ESRS E1 paragraphs 44(c), AR 39(a), AR 46 and AR 48.”

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magdalena.kuper@bvi.de

+49 69 15 40 90 263


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