Deutscher Fondsverband

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6.7.2022

Taxonomie: EU-Parlament stimmt für die Einstufung von Atomenergie und Erdgas als nachhaltig

Das EU-Parlament hat heute die Einstufung von Atomenergie und Erdgas als nachhaltig im Rahmen der Taxonomie gebilligt. Konkret stand ein Antrag zur Ablehnung de...

Das EU-Parlament hat heute die Einstufung von Atomenergie und Erdgas als nachhaltig im Rahmen der Taxonomie gebilligt. Konkret stand ein Antrag zur Ablehnung des ergänzenden delegierten Rechtsakts zur Einstufung bestimmter Aktivitäten im Zusammenhang mit Atomenergie und Erdgas als nachhaltig zur Abstimmung. 278 EU-Abgeordnete votierten für die Ablehnung, 328 dagegen. Es gab außerdem 33 Enthaltungen. Damit wurde der ergänzende delegierte Rechtsakt zur Aufnahme von Atomenergie und Erdgas angenommen. Mit einer Ablehnung im Rat ist wegen der qualifizierten Mehrheitsanforderungen nicht zu rechnen. Damit sollte der ergänzende delegierte Rechtsakt mit Ablauf der Einspruchsfrist am 9. Juli 2022 als final gelten und zeitnah im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.

Die EU-Kommission hat die ESAs bereits im Mai 2022 beauftragt, Details zur Offenlegung der taxonomiekonformen Investitionen in Aktivitäten aus den Bereichen Atomenergie und Erdgas unter der Offenlegungsverordnung (SFDR) bis Ende September 2022 auszuarbeiten. Diese Arbeiten dürften nun mit Hochdruck weitergehen. Wir rechnen in diesem Zusammenhang mit keinen Auswirkungen für die Level-2-Umsetzung der SFDR zum 1. Januar 2023.

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magdalena.kuper@bvi.de

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4.7.2022

Spezial-Investmentfonds: Finanzverwaltung informiert über papierlose Abgabe der Feststellungserklärung

Die Finanzverwaltung bietet am 18. Juli 2022 um 9:30 Uhr über ihr ELSTER-Portal eine Informationsveranstaltung zur elektronischen Abgabe der Feststellungserklär...

Die Finanzverwaltung bietet am 18. Juli 2022 um 9:30 Uhr über ihr ELSTER-Portal eine Informationsveranstaltung zur elektronischen Abgabe der Feststellungserklärungen an. Auf der Agenda stehen der Aufbau der Vordrucke und die Systematik der Wiederholungen der Abschnitte (ATV, WAGE etc.). Bei Bedarf wird die Einbindung der ERiC-Software-Schnittstelle erläutert (Experten des ELSTER-ERiC-Teams werden teilnehmen). Es besteht jedoch nicht die Möglichkeit, fachliche bzw. inhaltliche Fragen zu den Vordrucken zu stellen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Einwahldaten finden Sie hier.

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bastian.hammer@bvi.de

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1.7.2022

BVI: Präziser abgrenzen bei systemweiter Überwachung von Umweltrisiken in der Aufsichtspraxis

In einer Stellungnahme an den Finanzstabilitätsrat (FSB) unterstützen wir einen kohärenten globalen Ansatz für den Umgang mit klimabedingten Risiken in der Aufs...

In einer Stellungnahme an den Finanzstabilitätsrat (FSB) unterstützen wir einen kohärenten globalen Ansatz für den Umgang mit klimabedingten Risiken in der Aufsichtspraxis. Allerdings plädieren wir dafür, die Unterschiede zwischen den Geschäftsmodellen von Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern und den jeweiligen aufsichtsrechtlichen Praktiken deutlicher herauszuarbeiten.

Wir stimmen der ersten Einschätzung des FSB zu, dass systemweite Stresstests und Szenarioanalysen zu Umweltrisiken für das Assetmanagement ungeeignet sind. Darüber hinaus wiederholen wir unsere Forderungen zur Nutzung einheitlicher Definitionen und kritisieren den Mangel an validen Daten. Nach unserem Verständnis sind Umweltrisiken keine eigene Risikokategorie, was sich insbesondere auf die Bewertungsmethoden im Risikomanagement auswirkt. Vor allem wegen der mangelhaften Datenlage sollte es hier keine Verpflichtung geben, quantitative Ansätze zur Identifizierung solcher Risiken zu nutzen.

Hintergrund unserer Stellungnahme ist ein Zwischenbericht des FSB mit Empfehlungen an die Aufsichts- und Regulierungsbehörden, um finanzielle Anfälligkeiten infolge klimabedingter Risiken besser bewerten und abmildern zu können und um das Risiko einer schädlichen Marktfragmentierung zu verringern. Dabei fokussiert sich der FSB auf sektorübergreifende und systemweite Aspekte klimabedingter Finanzrisiken. Er geht davon aus, dass der Klimawandel ein systemisches Risiko für den Finanzsektor darstellen könnte. Deshalb bedürfe es makroprudenzieller Instrumente oder Ansätze, die die mikroprudenziellen Instrumente ergänzen.

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peggy.steffen@bvi.de

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29.6.2022

EU-Gesetzgeber einig über Eckdaten der Nachhaltigkeitsberichterstattung

EU-Kommission, Rat und Parlament haben sich vergangene Woche im Trilog über die neue EU-Rahmenrichtlinie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) geeinig...

EU-Kommission, Rat und Parlament haben sich vergangene Woche im Trilog über die neue EU-Rahmenrichtlinie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) geeinigt. Nach unserer Auffassung werden die geplanten Regeln dazu beitragen, nachhaltigkeitsbezogene Informationen über Unternehmen leichter verfügbar, hochwertiger und vergleichbarer zu machen. Die wichtigsten Punkte der konsolidierten Trilogfassung der CSRD sind aus unserer Sicht folgende:

Die neuen Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit treten erwartungsgemäß später in Kraft und – wie vom Rat vorgeschlagen – zeitlich gestaffelt. Das bedeutet, die Berichtspflichten greifen

  • für Geschäftsjahre, die Anfang 2024 beginnen, für große börsennotierte Unternehmen, große Kreditinstitute und Versicherer sowie für Mutterunternehmen einer großen Unternehmensgruppe, die als Unternehmen des öffentlichen Interesses gelten und bisher schon den Berichtspflichten nach NFRD unterliegen,
  • für Geschäftsjahre, die ab Anfang 2025 beginnen, für große nicht-börsennotierte Unternehmen und sonstige Mutterunternehmen von großen Unternehmensgruppen,
  • für Geschäftsjahre, die ab Anfang 2026 beginnen, für kleine und mittelgroße Unternehmen, kleine, nicht-komplexe Kreditinstitute und konzerneigene Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen. Letztere profitieren von Erleichterungen in der Berichterstattung; für sie sollen eigens auf KMUs zugeschnittene Berichtsstandards gelten.

Die Ausnahme für Konzernunternehmen bleibt.
Allerdings muss der Geschäftsbericht des ausgenommenen Konzernunternehmens Angaben dazu enthalten, wo der konsolidierte Konzernbericht mit nachhaltigkeitsbezogenen Informationen zu finden ist. Für Mutterunternehmen mit Sitz außerhalb der EU gelten einige Besonderheiten (siehe auch nachfolgenden Punkt). Der konsolidierte Bericht des Mutterunternehmens muss in jedem Fall Angaben zu den Taxonomie-Quoten für die Aktivitäten der Konzernunternehmen enthalten. Der EU-Mitgliedsstaat, in dem das Konzernunternehmen seinen Sitz hat, kann die Veröffentlichung des konsolidierten Konzernberichts in einer von ihm akzeptierten Sprache verlangen.

Konzernunternehmen und Zweigniederlassungen von Unternehmen aus Drittstaaten müssen Nachhaltigkeitsberichte für die gesamte Unternehmensgruppe veröffentlichen.
Mit diesem Kunstgriff erweitert die CSRD die Pflicht zur Berichterstattung effektiv auf Unternehmen aus Drittstaaten. Betroffen sind nur Konzernunternehmen, die selbst entweder als große Unternehmen gelten oder börsennotiert sind; außerdem Zweigniederlassungen mit einem Nettoumsatz von mehr als 40 Millionen Euro. Darüber hinaus muss das Drittstaatenunternehmen bzw. die Drittstaatenunternehmensgruppe auf konsolidierter Basis in den vergangenen zwei Geschäftsjahren jeweils mindestens 150 Millionen Euro Nettoumsatz in der EU erzielt haben. Für den Nachhaltigkeitsbericht sollen eigens auf Drittstaatenunternehmen zugeschnittene Berichtsstandards gelten.

Alternativ können Konzernunternehmen und Zweigniederlassungen von Nicht-EU-Unternehmen nach den einschlägigen EU-Standards oder nach Standards eines Nicht-EU-Staates berichten, sofern diese von der EU-Kommission als gleichwertig anerkannt werden.

Konzernunternehmen und Zweigniederlassungen müssen sich bemühen, alle für den Bericht erforderlichen Informationen im Konzern zu erhalten. Ist das nicht möglich, müssen sie einen lückenhaften Bericht veröffentlichen, zusammen mit einer Erklärung, dass das Drittstaatenunternehmen die Informationen nicht bereitgestellt hat.

Inhalte der Nachhaltigkeitsberichte werden erweitert und präzisiert.
Die Berichte sollen u. a. angeben, welche Transformationspläne die Unternehmen bezogen auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 haben. Außerdem müssen sie Exposures zu Kohle, Öl und Erdgas ausweisen.

Die Vorgaben für die Entwicklung von Nachhaltigkeitsberichtsstandards enthalten jetzt konkrete Anforderungen an die Berichterstattung zu sozialen Themen und Menschenrechten sowie zu Governance-Faktoren. Etwaige Schwierigkeiten, Informationen entlang der Lieferketten der Unternehmen zu erlangen, sollen berücksichtigt werden, wobei für die vollständige Bewertung der Lieferketten ohnehin eine Übergangsfrist von drei Jahren nach Anwendung der CSRD gilt.

Die Vorgaben weisen auf die Notwendigkeit hin, die ISSB-Standards als globale Mindestanforderungen in die EU-Standards zu integrieren, sofern diese mit der CSRD und den Zielen des EU Green Deal vereinbar sind.

Geschäftsberichte der Unternehmen müssen in einem einheitlichen elektronischen Format (XHTML-Format) veröffentlicht werden.
Dies gilt grundsätzlich für alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Börsennotierung. Damit sollen Nachhaltigkeitsberichte direkt über den einheitlichen Datenzugang ESAP bereitgestellt werden können.

Der konsolidierte Text der CSRD enthält noch einige Unsauberkeiten und wird derzeit vom juristischen Dienst der EU-Kommission geprüft. Anschließend muss er noch in alle EU-Sprachen übersetzt werden, bevor er im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden kann. Zwanzig Tage nach dieser Veröffentlichung wird die CSRD in Kraft treten, gilt aber als EU-Richtlinie nicht unmittelbar. Die Mitgliedsstaaten werden ab dem Inkrafttreten 18 Monate Zeit haben, um die Vorgaben in nationales Recht umzusetzen.

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magdalena.kuper@bvi.de

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28.6.2022

Harmonisierte ESG-Datenbasis ist noch weit entfernt

97 Prozent der weltweiten Aktienunternehmen sind ohne Angaben zum Schadstoffeintrag in Gewässer, erst zwei von sechs Umweltzielen der EU-Taxonomie sind spezifiz...

97 Prozent der weltweiten Aktienunternehmen sind ohne Angaben zum Schadstoffeintrag in Gewässer, erst zwei von sechs Umweltzielen der EU-Taxonomie sind spezifiziert, mehr als 600 Datenfelder gibt es im European ESG-Template, der Meeresboden ist erst zu 20 Prozent kartiert, obwohl die Ozeane 90 Prozent der Treibhausgas induzierten Wärme speichern. Wem es bislang an Vorstellungskraft für die Möglichkeiten und Grenzen des Managements ESG-bezogener Daten fehlte, hat viele Erkenntnisse bei der GIPS-Veranstaltung des German Asset Management Standards Committee vor wenigen Tagen unter Schirmherrschaft des BVI gewonnen. Das Programm (Vorträge) spannte den Bogen von den Hürden der Beschaffung der Rohdaten bis hin zu konsolidierten Berichten im Rahmen gesetzlicher Verpflichtungen oder der Performancemessung und des Performanceausweises im Zusammenhang mit Branchenstandards wie den GIPS (Global Investment Performance Standards). Die GIPS formulieren weltweit anerkannte Standards und Empfehlungen, wie Performancevergleiche von Investmentstrategien durchzuführen sind. Die Auswahl und Zusammensetzung von Benchmarks spielen hierbei eine zentrale Rolle.

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michael.pirl@bvi.de

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