Deutscher Fondsverband

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9.8.2022

Deutschland gehört zu den wichtigsten Portfoliomanagement-Standorten in Europa

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Standorte des Portfoliomanagements. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einem Marktanteil von zul...

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Standorte des Portfoliomanagements. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einem Marktanteil von zuletzt rund 15 Prozent auf dem dritten Platz hinter England (27 Prozent) und Frankreich (17 Prozent). Auch die Schweiz (9 Prozent) und die Niederlande (7 Prozent) sind wichtige Portfoliomanagement-Standorte. Dies zeigt die aktuelle Ausgabe „Portfoliomanagement“ (deutsche/englische Fassung) aus unserer „Fokus“-Reihe.

Weitere Ergebnisse der Untersuchung sind:

  • Gemäß einer Umfrage aus dem Jahr 2021 sind in Deutschland rund 2.500 Personen im Portfoliomanagement beschäftigt. Der dominierende Standort ist Frankfurt: Etwa zwei Drittel aller Mitarbeiter im Fondsmanagement arbeiten hier.
  • Nur bei 47 Prozent des Vermögens der in Deutschland aufgelegten Fonds werden die Entscheidungen über die konkrete Portfoliozusammensetzung auch von der KVG getroffen, die den jeweiligen Fonds aufgelegt hat. Für mehr als die Hälfte des Volumens ist das Portfoliomanagement auf andere Gesellschaften ausgelagert. Der wichtigste ausländische Auslagerungsstandort ist England – auch nach dem Brexit.

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markus.michel@bvi.de

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9.8.2022

BVI setzt sich für effektive EU-Berichtsstandards zur Nachhaltigkeit ein

Zu den Entwürfen für EU-Standards für Nachhaltigkeitsberichte durch Unternehmen (European Sustainability Reporting Standards, ESRS) haben wir gegenüber der EU-B...

Zu den Entwürfen für EU-Standards für Nachhaltigkeitsberichte durch Unternehmen (European Sustainability Reporting Standards, ESRS) haben wir gegenüber der EU-Beratungsgruppe EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group) Stellung genommen. Wir empfehlen insbesondere,

  • einen Kernbestand an Indikatoren für Nachhaltigkeitsrisiken und -auswirkungen unter Bezugnahme auf die 14 obligatorischen PAI-Indikatoren gemäß der SFDR einzuführen, der von allen Unternehmen verpflichtend zu berichten wäre,
  • die „widerlegbare Vermutung“ für die Relevanz der Nachhaltigkeitsfaktoren für Unternehmen mit der Bewertung der doppelten Wesentlichkeit nach einem kohärenten internen Konzept zu verknüpfen und
  • die ISSB-Standards als „globale Grundlage“ der Nachhaltigkeitsberichterstattung durch direkte Verweise in die ESRS zu integrieren, um die vollständige Konsistenz und Anwendung der ESRS durch Nicht-EU-Unternehmen zu erleichtern.

Zum Hintergrund:
Die EU-Kommission hat die EFRAG unter dem neuen EU-Rahmen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen (CSRD) beauftragt, technische Empfehlungen für verbindliche EU-Standards der Berichterstattung über Nachhaltigkeitsrisiken, -chancen und -auswirkungen zu erarbeiten. Die zur Konsultation gestellten Vorschläge sind mehrere hundert Seiten lang und betreffen ökologische, soziale und Governance-Aspekte sowie allgemeine Anforderungen zur Sicherung der Berichtsqualität. Die EFRAG wird die finalen Empfehlungen voraussichtlich im November 2022 vorlegen.

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magdalena.kuper@bvi.de

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5.8.2022

Orientierungshilfen zu ESG-Anhängen und weitere Neuigkeiten zur Umsetzung der SFDR

Ab sofort können Sie weitere unserer Praxishilfen zur Umsetzung der delegierten Verordnung zur SFDR nutzen. Die Unterlagen sind mit den BVI-Gremien abgestimmt u...

Ab sofort können Sie weitere unserer Praxishilfen zur Umsetzung der delegierten Verordnung zur SFDR nutzen. Die Unterlagen sind mit den BVI-Gremien abgestimmt und werden auch im BVI-Extranet (Rubrik „Recht/Nachhaltigkeit“) erhältlich sein. Das Paket enthält je eine Orientierungshilfe

und

Wichtig zu wissen: Die kürzlich veröffentlichten Endfassungen der ESG-Anhänge (vgl. BVI-direkt vom 25. Juli 2022)  enthalten mehrere Fehler. Wir haben das BMF und die ESAs bereits informiert und werden uns auch bei der EU-Kommission für eine zügige Korrektur einsetzen.

Die CSSF hat eine Mitteilung zur Umsetzung der SFDR DVO veröffentlicht. Demnach müssen Verkaufsprospekte und sonstige vorvertragliche Unterlagen Luxemburger Fonds, die Informationen nach SFDR DVO enthalten, spätestens bis Ende Oktober 2022 eingereicht werden, um vor Ende 2022 die Vertriebsanzeige zu erneuern. Zudem stellt die CSSF klar, dass Anpassungen der EU-Vorlagen für ESG-Anhänge unzulässig sind. Abschnitte, die für konkrete Produkte nicht relevant sind, sind grundsätzlich beizubehalten und als „nicht anwendbar“ zu kennzeichnen. Diese Aussage widerspricht unserem Verständnis der Bearbeiterhinweise in den ESG-Anhängen. Wir haben deshalb die ESAs per Anfrage um baldige Klärung gebeten.

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Magdalena.kuper@bvi.de

+49 69 15 40 90 263

5.8.2022

Publikumsfonds: Deutschland holt als Auflagestandort deutscher Anbieter gegenüber Luxemburg auf

Bei der Wahl des Auflagelandes von Publikumsfonds entscheiden sich heimische Anbieter immer häufiger für den Fondsstandort Deutschland. Gemessen an der Zahl der...

Bei der Wahl des Auflagelandes von Publikumsfonds entscheiden sich heimische Anbieter immer häufiger für den Fondsstandort Deutschland. Gemessen an der Zahl der ISINs lag der Anteil der hierzulande neu aufgelegten Produkte im Jahr 2021 bei 43 Prozent. Fünf Jahre zuvor waren es lediglich 23 Prozent.

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Beim Neugeschäft lagen deutsche Publikumsfonds in den letzten Jahren leicht vorne. Von Januar 2016 bis Mai 2022 flossen ihnen 142 Milliarden Euro zu. Publikumsfonds, die deutsche Anbieter in Luxemburg aufgelegt haben, verzeichneten im gleichen Zeitraum netto 117 Milliarden Euro Zuflüsse.

thomas.koop@bvi.de

+49 69 15 40 90 277

4.8.2022

Umweltrisiken: BVI sieht keinen Bedarf für zusätzliche Eigenmittelanforderungen an Wertpapierinstitute

In einer Stellungnahme an die EBA machen wir deutlich, dass wir keinen Bedarf für zusätzliche Eigenmittel von Wertpapierinstituten sehen, um besondere Umweltris...

In einer Stellungnahme an die EBA machen wir deutlich, dass wir keinen Bedarf für zusätzliche Eigenmittel von Wertpapierinstituten sehen, um besondere Umweltrisiken oder soziale Risiken abzudecken. Dies gilt insbesondere für Finanzportfolioverwalter und Anlageberater ohne Erlaubnis zum Eigenhandel und ohne Befugnis, auf Kundengelder oder -wertpapiere zuzugreifen.

Aufgrund der besonderen Geschäftsmodelle von Portfoliomanagern sehen wir etwaige wesentliche Umweltrisiken oder soziale Risiken bereits durch die bestehenden Eigenmittelanforderungen der IFD/IFR abgedeckt. Eine Herausforderung bleibt, dass die aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen der IFD/IFR für Finanzportfolioverwalter nur die Risiken auf Gesellschaftsebene (und nicht auf Portfolioebene) abdecken. Deshalb kritisieren wir erneut den ESG-Bericht der EBA aus dem Jahr 2021, wonach Wertpapierinstitute prüfen sollen, wie ESG-Faktoren der Finanzlage ihrer Kunden schaden und sich auf ihre eigene Kapital- und Liquiditätslage auswirken können. Alternativ schlagen wir einen prinzipienorientierten pauschalen Ansatz vor, ohne den Eigenmittelbedarf anhand besonderer Einzelrisiken oder -faktoren bemessen zu müssen. Maßstab sollte sein, ob die vorhandenen Eigenmittel die wesentlichen Risiken des Wertpapierinstituts (hier: operationelle und Geschäftsrisiken) insgesamt abdecken.

Unsere Bewertung beruht außerdem darauf, dass noch nicht alle notwendigen Rechtsakte für das im vergangenen Jahr etablierte neuen Aufsichtsregime für Wertpapierinstitute (IFD/IFR) umgesetzt sind und dass eine weitergehende Analyse mangels belastbarer ESG-Daten nicht möglich ist.

Ihren pflichtgemäßen Bericht an die EU-Gesetzgeber will die EBA nach eigener Aussage 2023 fertigstellen. Er soll klären, ob die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen an Kredit- und Wertpapierinstitute um weitere Aspekte für Vermögenswerte mit Schwerpunkt auf ökologischen oder sozialen Zielen ergänzt werden sollten. Die EBA hat die Inhalte Ihres Diskussionspapiers in einer Anhörung am 17. Juni 2022 vorgestellt und um Stellungnahme gebeten.

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peggy.steffen@bvi.de

+49 69 15 40 90 257


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