Deutsche ETF-Anleger setzen auf globale Standardindizes
08.10.2026
Rubrik:
Produkte,
Vertrieb,
Statistik und Research
Deutsche Anleger hielten Ende Juni 2026 ETF-Anteile im Wert von 697 Milliarden Euro, fast 200 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. Rund 98 Prozent der Anlagen entfielen auf passive Strategien. Obwohl Anleger zwischen mehreren Tausend ETFs wählen können, konzentrieren sich ihre Bestände stark auf Produkte, die wenige marktkapitalisierungsgewichtete Standardindizes abbilden. Aktive ETFs spielen mit einem Anteil von 2,4 Prozent bislang nur eine Nebenrolle. Das zeigt der dritte Teil der Research-Serie zum deutschen ETF-Markt.

Besonders ausgeprägt ist die Konzentration bei Aktien-ETFs: Rund 30 Prozent der Anlagen entfallen auf die MSCI-World-Familie, weitere 13 Prozent auf den S&P 500. Insgesamt liegen zwei Drittel des Aktien-ETF-Vermögens in klassischen, marktbreiten Strategien. ESG-Produkte erreichen 13 Prozent, Sektor- und Themen-ETFs 9 Prozent und Faktorstrategien 6 Prozent. Zugleich vereinen die fünf größten Indexanbieter bei Aktien-ETFs 96 Prozent der Anlagen auf sich.
Auch im Anleihebereich konzentriert sich das Geschäft auf wenige Anbieter. Bloomberg ist mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent unangefochtener Marktführer. Anders als bei Aktien gibt es jedoch keinen einzelnen Index mit einer dem MSCI World vergleichbaren Stellung. Rund 70 Prozent des Renten-ETF-Vermögens entfallen auf Euro-Indizes. Bei US-Dollar-Indizes sind zudem rund 35 Prozent der Anlagen währungsgesichert.
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