Deutscher Fondsverband

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1.4.2022

BVI positioniert sich gegenüber FSB zu systemischen Risiken von Fonds

04/01/2022 Rubrik:
Marktinfrastruktur, Digitalisierung und Daten, Meldewesen, Produkte, Manager und Verwahrstellen, Standortpolitik, Jenseits der EU, Statistik und Research
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Wir haben uns mit einem Positionspapier an einem Aufruf des Finanzstabilitätsrates (FSB) beteiligt, um als Vertreter des größten europäischen Fondsmarktes die Widerstandsfähigkeit von Fonds in Krisenzeiten anhand praktischer Beispiele zu bewerten. Darin kommen wir zu folgenden wesentlichen Ergebnissen:

  • Die Fondswirtschaft ist widerstandsfähig und in der Lage, wirtschaftliche Schocks abzufedern.
  • Der europäische Regulierungsrahmen für Fonds und seine Manager enthält spezifische Vorschriften mit umfassenden Grundsätzen zum Risikomanagement, die Anlegerschutz gewährleisten und etwaige Schwachstellen reduzieren. Dabei ist das Management inhärenter finanzieller Risiken ein zentraler Bestandteil des internen Risikokontrollsystems.
  • Der deutsche Fondsmarkt ist von Spezialfonds mit einem Nettovermögen von fast 2,2 Billionen Euro geprägt, die als AIFs für institutionelle Anleger verwaltet werden. Als etabliertes Anlageinstrument für regulierte institutionelle Anleger wie z.B. Versicherungsgesellschaften verfolgen sie eine insgesamt risikoaverse Anlagestrategie mit geringem Einsatz von Leverage.
  • Die durch eine bestimmte Gruppe von Spezialfonds-Anlegern verursachten Zu- und Abflüsse sind weitgehend unabhängig vom Verhalten anderer Anlegergruppen und auch von der jeweiligen Stimmung an den Finanzmärkten. Dadurch wird das Ansteckungsrisiko im Krisenfall wirksam begrenzt. Selbst während der COVID-19-Krise haben die Anlageentscheidungen von Spezialfonds keine Marktverwerfungen verursacht. Daten zu den Anlageentscheidungen von Spezialfondsmanagern in diesem Zeitraum deuten auf prozyklische Änderungen im Anlagen-Mix hin, die aber weniger ausgeprägt waren als bei den Publikumsfonds.
  • Unsere Marktanalyse zu offenen Publikumsfonds während der Finanzkrise 2008 zeigt, dass die Fondsgesellschaften größtenteils in der Lage sind, Liquiditätsrisiken auch im Falle täglicher Rückgaben von Fondsanteilen erfolgreich zu steuern.

Wir empfehlen dem FSB, in der weiteren politischen Diskussion folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Die Vorgaben zu erwerbbaren Vermögensgegenständen und zum Liquiditätsmanagement müssen flexibel bleiben.
  • Die Aufsichtsbehörden müssen ihr makroprudenzielles Instrumentarium operationalisieren.
  • Die Instrumente für das Liquiditätsmanagement sollten allen Ländern zur Verfügung gestellt werden.
  • Es muss ein gemeinsames Verständnis darüber herrschen, wie Leverage bei Investmentfonds zu berechnen ist.
  • Es besteht Bedarf für einen einheitlichen aufsichtsrechtlichen Meldemechanismus, der den operativen Aufwand und die Belastung sowohl für die Fondsgesellschaften als auch für die Aufsichtsbehörden verringern würde.
peggy.steffen@bvi.de

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Marktinfrastruktur, Digitalisierung und Daten, Meldewesen, Produkte, Manager und Verwahrstellen, Standortpolitik, Jenseits der EU, Statistik und Research
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